Samstag, 27. Mai 2017

DIN 1055-4:2005-03

Beachten Sie die Berichtigungen zur DIN 1055-4:2005-03 des DIN

 

DIN1055-4_Berichtigung_2006-03.pdf


Frage:

Kann das Verfahren zur Ermittlung des Böenreaktionsfaktors auch für abgespannte Schornsteine oder Schornsteine mit Zwischenhalterung verwendet werden?

Antwort:

DIN1055-4 schließt unter C.1 (4) durchlaufende Systeme aus. Das in DIN 1055-4 beschriebene Verfaren eignet sich nur für solche Tragwerke, deren Grundschwingungsform einsinnig, also ohne Vorzeichenwechsel ist. Tragwerke wie abgespannte Schornsteine oder durchlaufende Brücken können, sofern diese Schwingungsanfällig sind, z.B. auf Grundlage des Spektralverfahrens bemessen werden. Hintergründe zum Spektralverfahren sind zum Beispiel in-Ruscheweyh, H.: Dynamische Windwirkung an Bauwerken, Bauverlag Wiesbaden, 1982

-Peil, U.: Baudynamik. In Stahlbauhandbuch, Stahlbau-Verlagsgesellschaft, 1993

zu finden.

 

Frage:

Der Standort meines Gebäudes ist nahe einer Windzonengrenze. Gibt es eine Liste, die eine genauere Zuordnung des Gebäudestandortes zur Windlastzone gestattet?

Antwort:

Eine solche Liste, die eine Landkreisgenaue Zuordnung zu einer Windlastzone gestattet, kann unter folgendem Link heruntergeladen werden.

Tabelle der Windzonen vom DIBt

 

Frage:

Wozu benötige ich die höhenabhängigen Verläufe der Windgeschwindigkeiten nach Abschnitt 10.3 , wenn nach Bild 3 oben der Druck über die Bauwerkshöhe konstant anzusetzen ist?

Antwort:

Es muss grundsätzlich unterschieden werden, zwischen dem Geschwindigkeitsverlauf der ungestörten Anströmung - also ohne Bauwerkseinfluss -  und dem daraus resultierenden Winddruck auf den Bauteiloberflächen. Die Gleichungen des Abschnitts 10.3 beschreiben den höhenabhängigen Verlauf des Geschwindigkeitsdrucks der aus einer ungestörten Anströmung resultiert. Abhängig von der Gebäudegeometrie stellt sich jedoch auf den Bauteiloberflächen ein der ungestörten Anströmung nicht affiner Verlauf des windinduzierten Drucks ein. Bei gedrungenen Gebäuden mit h<b ist dieser Verlauf wie Windkanalversuche zeigen näherungsweise über die Gebäudehöhe konstant.

 



Druckverteilung auf den Oberflächen eines gedrungenen Gebäudes

Frage:

Warum gibt es in der neuen DIN1055-4 keinerlei Regelungen zu den Druckbeiwerten auf Vordächer?

Antwort:

In der Zeitschrift "Bauingenieur" vom April 2007 ist im WTG-Fachteil ein Artikel erschienen, in dem die Druckbeiwerte für Vordächer zu finden sind. Link

 

Frage:

Im Anhang F wird von einer "aerodynamischen Dämpfung" gesprochen. Was muss ich mir darunter vorstellen und warum darf ich bei Querschwingungsnachweisen diese nicht berücksichtugen?

Antwort:

Wenn ein Bauwerk im Wind schwingt, erfolgt dies nicht im Vakuum, sondern in der Luft. Schwingt ein Bauwerk dem Wind entgegen, bremst dieser die Bewegung ab, da sich zur Windgeschwindigkeit noch die Geschwindigkeit der Bauwerksbewegung addiert. Schwingt das Bauwerk mit dem Wind, reduziert sich die Relativgeschwindigkeit und die Windkräfte auf das Bauwerk verringern sich. Dieser Effekt kann vereinfacht über eine erhöhte Dämpfung berücksichtigt werden.

Bei Querschwingungen schwingt das Bauwerk senkrecht zur Windrichtung, hier addieren sich die Geschwindigkeitsvektoren nicht. Aerodynamische Dämpfung ist bei Schwingungen in Querrichtung nicht in der Größenordnung vorhanden, wie bei Schwingungen in Windrichtung.

 

Frage:

Bei Berechnung der aerodynamischen Dämpfung nach Formel (F.9) erhalte ich für meine Fachwerktürme Dämpfungsdekremente von 30%-40%, ist das realistisch?

Antwort:

Die aerodynamische Dämpfung kann in bestimmten Fällen durchaus log. Dämpfungsdekremente von 15%-20% erreichen. Bei Fachwerken ist jedoch zu beachten, dass in Gleichung (F.9) für die Breite nicht das wahre Maß, sondern eine der Fläche Aref äquivalente Breite einzusetzen ist. Im Zähler von (F.9) bedeutet das Produkt ρ/2*b*C*vm eine Kraft pro Länge des Baukörpers. Es ist deshalb bei Fachwerken zu beachten, dass C*Aref/l = C*Ac*φ/l = C*b*φ im Zähler anzusetzen ist.

 


Bild D2 - Grundwert des aerodynamischen Erregerkraftbeiwertes clat,o für Kreiszylinder in Abhängigkeit von der Reynoldszahl

Fehlerberichtigung:

Das Bild D2 - Grundwert des aerodynamischen Erregerkraftbeiwertes clat,o für Kreiszylinder in Abhängigkeit von der Reynoldszahl in der DIN 1055-4:2005 ist falsch. Richtig ist die nebenstehende Abbildung.








 

Information

Die Tabelle 7.9 "Druckbeiwerte für freistehende Wände" enthält negative Vorzeichen. Durch diese negativen Vorzeichen führt aber eine Interpolation für verschiedene Völligkeitsgrade für eine gerade Wand zu falschen Resultaten.


Eine sinnvolle Interpolation ist nur bei durchweg positiven Vorzeichen möglich. Die normal zur Wandfläche wirkenden Kräfte sind natürlich in beiden Normalenrichtungen zur Wand zu beachten, egal ob die Wand abgewinkelt ist oder nicht.

Hinweis:

Die Werte für Wände mit einem Völigkeitsgrad 0,8 gelten sowohl für abgewinkelte, als auch für gerade Wände.

 

Galloping gekoppelter Kreiszylinder

Das Bild in Tabelle E.2 ist nicht richtig. Es sollte die IVS-Richtlinie 105 beachtet werden.

 

Seite aktualisiert: Montag, 23. Mai 2011